Dienstag, 6. April 2010

Auf in den Osten: Darjeeling, Sikkim, Varanasi

Letztens waren Examen, das heißt dass die Schüler lediglich zum Schreiben ihrer Tests in die Schule kamen und direkt danach wieder nach Hause sind. Viel Arbeit gab es dementsprechend nicht, stattdessen haben wir Freiwillige uns selbst Arbeit geschaffen, indem wir ein paar der dreckigsten Klassenräume professionel streichen lassen und dann mit bunten Bildern selbst verschönert haben. Das Ganze war die Idee von Aiden, einer irischen Freiwilligen, die die letzten zwei Monate hier war. Sie hatte bei Freunden und Bekannten daheim eine ganze Menge Geld gesammelt, das sie in die Schule investieren wollte. Auf Grund der korrupten Chairperson kam es allerdings absolut nicht in Frage, das Geld in Bar zu übergeben, daher der Schulanstrich!

Es folgten eine Menge Feiertage und ein Zeitraum, in dem Schüler nicht kommen mussten, sodass ich eine zweiwöchige Pause zugestanden bekam und ich vom 22. März bis 4. April nochmal eine etwas größere Reise antreten konnte. Begleitung war leider nicht auffindbar: Immanuel bekam Besuch von seiner Mutter, und auch alle anderen bekamen entweder ebenfalls Besuch oder aber mussten Arbeiten. Also hab ich mich alleine losgemacht und habe mir als ersten Stopp die für ihren Tee bekannte Hills Station Darjeeling im Osten Indiens ausgesucht. Wo es von da aus weitergehen sollte, wusste ich noch nicht so Recht, aber die bevorstehenden 29h Zugfahrt sollten ja genug Zeit zum planen geben; besonders, wenn man die 8h Verspätung hinzuzieht...

In Darjeeling habe ich in meinem Hotel dann direkt am ersten Abend einen Dänen namens Nicolai kennen gelernt, der plante mit einem Israeli, den er soeben im Schlafsaal kennen gelernt hatte, nach Sikkim trekken zu gehen. Spontan beschloss ich, mich den beiden anzuschließen.
Den nächsten Tag schaute ich mich gemeinsam mit Nicolai erstmal in Darjeeling um und wir besorgten, das nötige Permit, das man braucht, um den Staat Sikkim zu bereisen. Dann besichtigten wir eine Teeplantage, das "Happy Valley Tea Estate". So schön und romantisch, die bergigen Teeplantagen auch aussehen, bei einer Tour durch die Fabrik schwang unterschwellig mit, dass die Teepflücker unterm Strich weniger als 50ct am Tag für ihre schweißtreibende Arbeit verdienen. Besitzer des Tea Estates ist ein Deutscher, verkauft wird der Tee exklusiv in einer Edelbotique in London namens "Harrod's"....

Ein bisschen enttäuscht, dass wir die Berge aufgrund des ewigen Nebels noch nicht so recht bestaunen konnten, machten wir uns am nächsten Tag zu dritt auf nach Sikkim. Sikkim ist ein kleiner Bundesstaat im indischen Himalaya und liegt zwischen Nepal, Tibet und Bhutan. Menschen, Verhaltensweisen, Klima, Landschaft, ... - alles ist ganz anders als im restlichen Indien; Sikkim ist quasi eine Auszeit von Indien. Es ist angenehm kühl, die Menschen sind freundlich, zufrieden und noch nicht so vom Tourismus verdorben wie in vielen anderen Gegenden. Es gibt keine Betrüger, keine aufdringlichen Abzocker, die versuchen, einen in ihr Hotel zu lotsen oder Drogen zu verkaufen.

Unsere Hoffnungen auf klare Sicht werden leider nicht erfüllt, doch wir haben trotzdem eine superschöne Zeit hier gehabt. Vier Tage lang sind wir in den Bergen durch Wälder und Natur, an Wasserfällen und Flüssen vorbei, von Dorf zu Dorf gewandert. Gewohnt haben wir in kleinen, simplen Guesthouses, die sich, zum Teil auf einsamen Hügeln gelegen, wie das Ende der Welt anfühlten.

Am letzten Abend wurden wir nach schweren Regenschauern schließlich doch noch mit einem aufklarenden Himmel belohnt und wir konnten zum ersten Mal die schneebedeckten, felsigen Berge und vor allem den Mt. Kanchenjunga, der mit 8598m der dritthöchste Berg der Erde ist.

Dann trennten sich unser aller Wege und ich machte mich auf nach Varanasi, wo ich mich mit Immanuel treffen würde.

Varanasi liegt direkt am Ganges, gilt als einer der heiligsten Orte Indiens und einige seiner Badeghats wurden schon in der Mahabharata, quasi der hinduistischen Bibel, erwähnt. Wer hier stirbt, wird angeblich von all seinen Sünden befreit; daher kommen viele Menschen zum sterben her. Außerdem werden an zwei Ghats (öffentlich) Leichen verbrannt.
Varanasis viele kleine, enge, verworrene Gassen haben sicherlich seinen ganz eigenen Charme und die vielen Ghats am Ganges entlang laden zu einem Spaziergang ein. Getrübt wird alles ein bisschen von nervigen Boots- und Drogenverkäufern, Bettlern und anderem aufdringlichen Volk. Außerdem war es mir im Vergleich zu Sikkim einfach viel, viel zu warm.
Generell hat mir Varanasi schon gut gefallen, ich glaube aber, dass zwei Tage sicherlich genug sind. Meine Erwartungen lagen nach Berichten von anderen Reisenden wohl im Vorhinein einfach zu hoch. Tatsächlich enttäuscht war ich aber trotzdem nicht, dafür war es doch zu gut!

Alles in allem war es eine tolle Reise! Ich bin alleine losgestartet, habe aber lediglich zwei Nachmittage und zwei Zugfahrten alleine verbracht; und über Ruhe im Zug bin ich im Normallfall eher dankbar - besser als Löcher in den Bauch gefragt zu bekommen...


Bild 1: Aiden und ich beim Klassenräume bemalen


Bild 2: Das "Happy Valley Tea Estate" in Darjeeling








Bild 3,4,5 und 6: Trekking durch West-Sikkim mit Nicolai aus Dänemark und Amit aus Israel


Bild 7: Kleine buddhistische Mönche auf dem Weg zum Dupdi-Kloster in Yoksum.


Bild 8: Spielendes Kind am Kathok Lake in Yoksum. Vorsicht: Blutegel!


Bild 9: Wir trinken Thongba (tibetisches Bier) - das Glas ist zu 80% mit Hirse gefüllt, dann wird ständig mit heißem Wasser nachgefüllt, sodass sich der Alkohol bildet. Schmeckt wie schlechter Wein, ist aber sehr effektiv und bringt definitiv Langzeitspaß!


Bild 10: Schliesslich doch noch ein klarer Tag in Sikkim: Sicht auf die Kanchenjunga Mountainrange von Pelling aus.


Bild 11: Morgenstimmung am Ganges in Varanasi


Bild 12: Morgendliches Waschritual

Mehr Fotos gibts bald im Fotoalbum unter März und April!

Montag, 5. April 2010

Happy Holi!

Am 1. März wurde Holi gefeiert, das indische Frühlingsfest und Fest der Farben. Wir sind nach Mathura und Vrindavan gefahren, wo Holi wohl am ausgelassensten gefeiert wird, und das kann ich nun nach eigener Erfahrung bestaetigen.

Im Grunde geht es einfach nur darum, sich gegenseitig einzufärben und mit Farben um sich zu schmeissen; ob Farbpulver, Wasserfarben oder im Notfall bei einigen weniger priviligierten Menschen (wie ich leider am eigenen Leib erfahren musste) auch mal Matsch oder Kuhscheiße, spielt dabei keine Rolle!

Im Großen und Ganzen ein Mordsspaß, wenn teilweise auch schon fast ein bisschen zu heftig. Gerade für Frauen ist es sicherlich nicht ganz ungefährlich, denn das mit Farbe anschmieren wird von vielen Männern als Einladung zum Grabschen aufgefasst.
Ein Mädchen von uns bekam das Farbpulver leider ins Auge gerieben, woraufhin wir in verschiedene Krankenhäuser gehetzt sind. Kein schoener Ausgang - Holi bleibt mir persönlich trotzdem positiv in Erinnerung.

Ins Detail moechte ich gar nicht gehen, schaut euch einfach die Bilder an, von denen es leider ausserhalb des Hotels nicht viele gibt... Ansonsten hätte es die Kamera wohl auch nur schwer überlebt...


Bild 1: Vorher


Bild 2: Nachher

Damals in Südindien und Nepal

Es ist zwar schon eine halbe Ewigkeit her, aber ich habe mich dazu entschlossen, doch nochmal kurz über meine Reisen in den warmen Süden und in das bergige, kalte Nepal zu berichten.

Ende Dezember haben Immanuel und ich unsere Weihnachts- und Neujahrsferien mit ein paar extra Ferientagen zu einer beschaulichen Ferienlänge von zwei guten Wochen aufgewertet, die genug zu sein schien, damit sich eine Reise in den Süden lohnt.

Zuerst flogen wir für einen Spottpreis von 35eur nach Bombay, Indiens modernste Metropole, wichtigste Hafenstadt und Heimat des indischen Bollywood-Kinos. Auch. wenn Bombays Name 1995 offiziell zu Mumbai geändert wurde, bevorzugen die Einheimischen noch immer den alten britischen Namen.

Hier trafen Immanuel und ich uns am zweiten Tag mit Caitlin, die wir ja damals in Jaisalmer kennen gelernt und in Udaipur besucht haben. Caitlin hatte sich dazu entschlossen, ihren Rückflug nach hinten zu verschieben und stattdessen nochmal mit uns auf Reisen zu gehen.

Nach drei Tagen Bombay fuhren wir gemeinsam über Nacht weiter mit dem Zug nach Goa. Hier fanden wir mit dem Agonda Beach im südlichen Teil Goas einen Strand, der unseren Bedürfnissen nach schöner Natur, Entspannung, ruhiger Atmosphäre und wenig Touristen perfekt entsprach. Gewohnt haben wir in einem schlichten Beach Hut direkt am Strand.

Wir verbrachten unsere Tage mit Cocktails am Strand, Spaziergängen, sonnen, lesen und schwimmen und haben sogar ein paar Delfine zu Gesicht bekommen. An zwei Tagen mieteten wir uns Scooter, mit denen wir die palmige, tropische Landschaft Goas und abgelegene Strände erkundet haben.

An Weihnachten, einen der heißesten Tage, entschieden wir uns abends ins südlich angrenzende Palolem zu fahren, das weitaus voller und mehr auf Partytourismus ausgelegt ist. Hier hatten wir ein fantastisches Weihnachtsmahl und gingen danach auf eine Party direkt am Strand.

Als Caitlin uns schließlich verlassen und ihren Rückflug in die USA antreten musste, machten Immanuel und ich uns auf zur nächsten Station auf unserer Reiseroute: Hampi.

Hampi ist eine historische indische Stätte, die einmal Hauptstadt eines hinduistischen Königreichs war. Die ganze Umgebung ist voll von alten Tempeln und Ruinen; faszinierend ist auch die einzigartige Landschaft, die von riesigen Granitfelsen geprägt ist. Wir erkundeten die Umgebung auf einem gemieteten Fahrrad.

Nach Hampi trennten sich auch Immanuels und meine Wege. Da mein Touristenvisum mich trotz einjähriger Gültigkeit dazu zwang, das Land nach 180 Tagen vorübergehend zu verlassen, musste ich am 2. Januar einen Flug von Delhi nach Nepal erwischen. Immanuel dagegen hat ein anderes Visa und konnte daher ein paar Tage länger im Süden bleiben.
So machte sich Immanuel auf zum Strand von Gokarna, während ich nach Bangalore fuhr, von wo mein Flug nach Delhi abfliegen würde. Glücklicherweise musste ich Silvester trotzdem nicht alleine verbringen: eine ehemalige indische Freiwillige aus meiner NGO, hatte mitlerweile einen Job in Bangalore und so konnte ich mit ihr und ihren Freunden in ihrer WG wohnen und feiern.

Wieder in Delhi angekommen, ging nach einer Nacht daheim und einem schnell umgepacktem Rucksack, die Reise direkt weiter nach Kathmandu, Nepal. Da meine Zeit begrenzt war und ich lieber mehr Zeit in der Natur verbringen wollte, verbrachte ich nur einen vollen Tag mit Sightseeing im hektischen Kathmandu und machte mich dann weiter auf ins weiter westlich gelegene, ruhige und landschaftlich attraktivere Pokhara.

Hier lernte ich direkt am ersten Abend beim Essen ein Mädchen aus Taiwan kennen, mit der ich spontane Pläne für einen Trek durch die umliegenden Berge und Dörfer machte. Drei Tage stiefelten wir über Trampelpfade durch die Natur und schliefen in einfachen Guesthouses; glücklicherweise waren wir von gutem Wetter gesegnet und hatten so ständige Sicht auf die majestätische, schneebedeckte Annapurna Mountainrange, deren Annapurna I mit 8091m der zehnthöchste Berg der Erde ist.

Meinen letzten Tag in Pokhara verbrachte ich mit einer Fahrradtour zu zwei in der Umgebung gelegenen, schönen Seen, woraufhin es am 9. Januar schließlich wieder auf nach Kathmandu ging, wo ich am darauffolgenden Tag meinen Rückflug nach Delhi antrat.


Bild 1: Bombay - erweckt wesentlich eher den Eindruck einer Großstadt als Delhi.


Bild 2: Eis Essen am Chowpatty Beach - es gibt definitiv schönere Strände.


Bild 3: Das Taj Hotel, hier waren am 27.11.2008 die Terroranschläge.


Bild 4: Der riesige Agonda Beach in Goa


Bild 5: Einer der abgelegenen, menschenleeren Strände, die wir mit dem Scooter erreicht haben.


Bild 6: Unser Weihnachtsessen in Palolem


Bild 7: Hampi


Bild 8: Der Durbar Quare in Kathmandu


Bild 9: Blick auf den Machupuchare alias Fishtail während unseres Treks durch die Berge


Bild 10: Ich vor der Annapurna Mountainrange


Bild 11: Blick aus dem Fenster während meines Rückflugs nach Delhi

Mehr Bilder gibts im Fotoalbum unter Dezember und Januar!

Samstag, 12. Dezember 2009

Ein kleiner Rückblick

Lang, lang ist's her, seitdem ich mich das letzte Mal gemeldet hab. Es gab Probleme mit Computer und Internet, ich hatte aber auch ehrlich gesagt gar keine allzu große Lust zum schreiben. Ein kleines bisschen werd ich hier jetzt abernachholen. Neue Bilder sind übrigens auch schon online.
Also, was habe ich in den letzten 1 1/2 Monaten erlebt? Hier ein paar kleine Einblicke.

I. Ein Freund von einem Freund hat geheiratet - Grund genug, dass auch Immanuel und ich zur Hochzeit kommen durften. Nachdem ich zuvor eine ganze Woche flach lag, war ich glücklicherweise rechtzeitig wieder gesund und konnte mit dabei sein.
Indische Hochzeiten sind prunkvoll und nicht zu letzt ein bisschen kitschig, aber sicherlich beeindruckend. Das Essen war bombastisch und bot jedes (vegetarische) indische Gericht, das ich mir vorstellen konnte. Das Hochzeitspaar kommt aber während der Hochzeit nicht so wirklich zum feiern und hat einen strikten Ablauf zu befolgen. Der Spaß für die beiden bleibt da ein bisschen auf der Strecke, aber es heiraten ja eh eher zwei Familien als zwei Individuen und die Familienangehörigen lassen es sich definitiv gut gehen!



II. In Chandigarh haben Immanuel und ich unsere ehemalige Volunteer Koordinatorin Mrs Usha Varma besucht, die mitlerweile im Ruhestand ist. Chandigarh wurde von einem französischen Architekt komplett durchgeplant und sieht auch dementsprechend völlig untypisch indisch aus. Es ist sauber, symmetrisch, grün und gar nicht so überfüllt...



III. Unser AFS Midstay Seminar hatten wir in Jaipur. Nachdem wir am ersten Tag ganz schnell durch alle Themen durchgehetzt sind, hatten wir den ganzen zweiten Tag zum Sightseeing. Inhaltlich sinnvoll war das Seminar auf jeden Fall nicht, es war aber ganz nett ein paar andere deutsche Freiwillige wiederzutreffen, die ich noch von der Vorbereitung in Deutschland kannte.


IV. Ein langes Wochenende haben Immanuel und ich dazu genutzt, um nach Udaipur zu fahren und dort Caitlin zu besuchen, die wir damals auf der Kamelsafari in Jaisalmer kennen gelernt haben. Udaipur kennt natürlich erstmal keiner, doch schon James Bond ist hier in "Octopussy" durch die Gassen und Paläste gejagt!


V. Schule? Läuft alles wie gehabt. Spannende, neue Sachen gibts eigentlich nicht zu berichten. Im Moment arbeite ich an ein paar Videos, die auf der Homepage hochgeladen werden sollen. Wenns soweit ist, werd ichs sicher mal eben verlinken.
Ansonsten kann ich nur sagen, dass ich mitlerweile doch ein bisschen mehr hinter die Fassaden der NGO blicken kann. Viele Spendeneinnahmen fließen wohl in die eigenen Taschen der Chairperson, während Lehrer miserabel bezahlt werden und dementsprechend schlechten Unterricht machen. Lehrer mit Behinderungen werden schlechter bezahlt, weil sie ja nicht die selbe "Leistung" bringen könnten - und dann wird beim Fundraising immer von Integration, Gleichheit und ähnlichen Werten geredet....
Für einen Freiwilligen ist die Stelle, aber trotzdem noch sinnvoll; ich bin mitlerweile zu der Erkenntnis gekommen, dass es wohl kaum NGO's und soziale Projekte gibt, wo solche Dinge nicht ablaufen.
Gerade in (Ländern wie) Indien seien NGO's wohl der Renner, weil man mit sozialem Engagements über Fundraising einfach richtig gutes Geld verdienen kann!
Für alle, die es noch nicht wissen: über die Feiertage verreise ich mit Immanuel nach Südindien. Dort werden wir uns dann wieder mit Caitlin treffen.
Ab Silvester trennen sich unser aller Wege dann wieder, weil ich wegen meinem Visum kurz das Land verlassen und erneut einreisen muss. Am 2. Januar fliege ich dann nach Kathmandu, wo ich noch eine gute Woche verweilen werde.

In diesem Sinne, schonmal frohe Weihnachten und einen guten Rutsch! Ich melde mich irgendwann im neuen Jahr....

Montag, 19. Oktober 2009

Diwali & Video

Dieses Wochenende war Diwali, das sogenannte "Fest der Lichter", welches in Nordindien den Neujahrstag markiert.

Gefeiert wird aber hauptsächlich in der Familie, sodass ich abgesehen von jeder Menge Böller, Feuerwerk und beleuchteten Straßen, Bussen und Häusern nicht allzuviel vom eigentlichen Fest mitbekommen habe.

Ein Freund hätte uns zwar eingeladen, ist aber fälschlicherweise davon ausgegangen, dass wir mit unseren Landlords, den Babus, feiern.

Hier ein paar kleine Bildimpressionen zu Diwali:





Ansonsten hat mir das lange Wochenende ohne große Pläne viel Zeit zum lesen und entspannen gegeben. Außerdem habe ich den riesigen Zeitüberschuss genutzt, um nachträglich eine kleine Slideshow mit Immanuels und meinen Fotos von unserer Rajasthan-Reise zu erstellen:

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Backpacking durch Rajasthan

Am Mittwoch vor zwei Wochen wurde Immanuel und mir gutmütiger Weise mitgeteilt, dass die nächste Woche Ferien seien. Diese Zeit wollten wir natürlich nicht ungenutzt lassen und haben so eine spontane Rucksackreise durch Rajasthan organisiert. Nun gut… organisiert? Eigentlich lief alles doch ziemlich spontan.

Nachdem ich mich Donnerstag insgesamt 6 Stunden durch die Bahnhöfe, Schalter und Menschenmassen der New Delhi Railwaystation und der Old Delhi Railwaystation gekämpft hatte, konnte ich als Ergebnis lediglich ein teures Ticket für eine der oberen Klassen vorweisen. Dieses durfte ich unter ärgerlichen 25% Cancellation-Gebühren dann aber auch gleich wieder umtauschen, als ich feststellte, dass der Zug so früh morgens abfährt, dass wir noch auf der Arbeit sind. Dumm gelaufen: kein Zugticket und kein Plan wie und wann es jetzt losgehen soll.

Nach vielem hin und her standen wir schließlich Samstag erneut am Bahnhof, mussten jedoch wieder mit leeren Händen gehen, weil sämtliche Züge (zu unserem gewünschten Ziel) noch immer restlos ausgebucht waren. Ich hab dann einen Bekannten angerufen, der in der Nähe des Busbahnhofs wohnt. Er hat uns dann netterweise alles organisiert, sodass wir nach einem gemeinsamen Abendessen im Nachtbus nach Jaipur saßen.
Ursprünglich hatten wir die Route zwar genau andersrum vor, aber besser so rum als gar nicht…

Rajasthan ist übrigens der größte Bundesstaat Indiens (ungefähr die Größe von Deutschland), liegt im Westen Indiens und ist ein beliebtes Reiseziel, da das traditionelle Rajasthan für viele Touristen quasi die Essenz der indischen Kultur darstellt.

Die Route, die sich mehr oder weniger spontan ergeben hat sah dann wie folgt aus: Jaipur – Pushkar – Ajmer – Jodhpur und schließlich Jaisalmer (also einmal von Ost nach West durch Rajasthan).

Wie das auf einer Reise durch Indien so ist, haben wir viel gesehen, viel erlebt und viele neue Leute aus Indien und aller Welt kennen gelernt. Die Erfahrungen im Detail wiederzugeben sind eigentlich kaum möglich und jetzt frage ich mich grade, ob es überhaupt sinnvoll ist über jeden einzelnen Ort zu schreiben.
Kleine Anekdoten wären zwar sicherlich noch wesentlich interessanter, aber weil es begünstigt von einem Feiertag heute schon wieder übers Wochenende auf Reisen geht, ist die Zeit zum schreiben gerade doch eher knapp bemessen. Von daher werde ich mich wohl auf Stichpunkte beschränken.

1. Station: Jaipur
  • nach nächtlicher Zugfahrt trotten wir in den frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang durch Jaipur, um eine Unterkunft zu finden
  • begleitet wird unsere Suche von einer Unmenge von Schleppern und sonstigem Betrügervolk, die uns unbedingt in Hotel IHRER WAHL bringen wollen, um eine saftige Provision zu kassen
  • ein besonders übereifriger Auto-Fahrer lässt sich nach einer halben Stunde Verfolgung durch die Straßen Jaipurs erst durch ein wütend geschrienes „We don’t need your help, now get the fuck out of here! abschütteln, was von Einheimischen Fußgängern verständnisvoll beschmunzelt wird
  • nach einigen Stunden Schlaf in einer Unterkunft, die sehr an eine Gefängniszelle erinnert, begeben Immanuel und ich uns in die Altstadt Jaipurs und besichtigen die Märkte und den Wind Palace („Hawa Mahal“)
  • auf der Suche nach dem Elefantenbasar irren wir lange Zeit durch die Wohngebiete, in die sich die Touristen normalerweise wohl weniger rein begeben und werden dementsprechend überraschend von den Einheimischen begafft und verfolgt
  • ebenso überrascht ist Manu, der eigentlich in Goa wohnt und zur Zeit nur wegen des islamischen Festivals „Eid“ in seiner Heimat Jaipur ist, und uns doch gleich mal auf eine Tasse Chai zu sich nach Hause und zum gemeinsamen Feiern am nächsten Tag einlädt
  • die Abzocke eines Auto-Fahrers gerade noch rechtzeitig gewittert, steigen Immanuel und ich im letzten Moment aus, um die hinter einem Hügel östlich von Jaipur liegenden alten Tempel von Galta doch lieber zu Fuß zu erklimmen
  • die Stätte stellt für uns ein absolutes Highlight da, denn heute bleibt der Tempelbezirk den mehr als 5000 hier lebenden Affen überlassen
  • fernab von aufdringlichen Auto-Fahren, Händlern und ähnlichem genießen wir von dem Hügel aus in aller Ruhe den Sonnenuntergang
  • am nächsten Tag werden wir auf den Straßen von den ganzen Muslimen mit Umarmungen und einem Herzlichen „Eid mukabat!“ begrüßt, was so viel heißt wie „Happy Eid!“
  • wir rufen Manu an und gehen mit ihm ins Haus seines Freundes Khan, um mit ihm und seinen Freunden „Eid“, also das Ende des Fastenmonats zu feiern und werden sogar zu einer muslimischen Hochzeit zwei Wochen später eingeladen
  • auf unterschwelliges Drängen von Khan hin fahren wir gemeinsam mit den beiden zu diesem Wholeseller namens „Soul of India“, wo jede Menge indische Handicrafts und ähnliches zu angeblich supergünstigen Preisen angeboten werden; das Geld komme dabei sogar noch einem guten Zweck zu Gute
  • wir bekommen eine Tour durch die Produktionsstätten und die Lager und können in aller Ruhe ohne bedrängt zu werden einkaufen; erst einen Tag später wird uns klar, dass wir uns wohl doch an der Nase rumführen haben lassen und, dass gerade das nicht Drängen die eigentliche Masche war
  • offen bleibt, inwiefern wir Manu und Khan noch trauen können; jedenfalls haben sie auch nach unserer Abreise versucht, den Kontakt weiter aufrecht zu erhalten; wir haben uns jedoch sicherheitshalber dafür entschieden nicht mehr zu antworten und lieber auf die Hochzeit zu verzichten


2. Station: Pushkar

  • nach unserm absoluten Unternehmungsmarathon in Jaipur, lassen wir es in Pushkar doch ein bisschen entspannter angehen
  • die eigentliche Haupattraktion, der Lake Pushkar, ist auf eine kleine Pfütze geschrumpft und reduziert das angeblich sonst so muntere Treiben doch stark
  • wir schauen uns vom nach Osten ausgerichteten Gayitri Tempel den Sonnenaufgang an und gehen danach wieder schlafen
  • nachmittags laufen wir durch die Straßen Pushkars und besichtigen den Brahmaji Tempel im Zentrum Pushkars (der einzige Brahma gewidmete Tempel ganz Indiens); wir sind aber doch eher genervt von der Unmenge von Leuten, die uns Blumen andrehen wollen, die wir in den See schmeißen sollen, um danach natürlich Geld zu spenden – ich hasse es zu sehen wie Religion hier kommerzialisiert wird und um dieses System nicht zu unterstützen haben Immanuel und ich uns vehement dagegen gewehrt, diese blöden Blumen in den blöden auf eine Pfütze minimierten See zu werfen
  • abends erklimmen wir den nach Westen ausgerichteten Savitri Tempel und werden zum Sonnenuntergang mit unvergleichlichen Ausblicken auf die ringsum von Wüste umgebene Stadt belohnt; hier haben wir schließlich doch noch einen aufrichtig netten, etwa gleichaltrigen Inder aus Jaipur getroffen, den wir in näherer Zukunft sicher mal besuchen werden

3. Station: Ajmer
  • in dem doch eher unspektakulären Ajmer verbringen wir nur einen Tag und reisen direkt am Abend über Nacht weiter nach Jodhpur
  • in Ajmer besichtigen wir einen Jain Tempel, ein paar Moscheen und machen eine kleine Botsfahrt auf dem eklig, grünen Wasser
  • in Anbetracht der völlig verwirrenden Namen der Sehenswürdigkeiten wie „Adhai-din-ka-Jhonpra“, „Khwaja Muin-ud-din-Chishti Dargah“ oder „Soniji-ki-Nashiya Hall“ fällt die Orientierung doch etwas schwer und meine Geduld ist begünstigt von ewig aufdringlichen Verkäufern beinahe am Ende
  • der abendliche Aufstieg des „Taragarh Forts“ scheitert leider, da die lokalen Auto-driver mich entweder einfach nicht verstehen oder wahrscheinlich einfach nicht verstehen wollen, da ihnen die Fahrt zum Fort verboten ist; stattdessen landen wir verärgert zum vierten Mal vorm Khwaja Muin-ud-din-Chishti Dargah“ und dürfen auch noch dafür bezahlen
  • nach einstündigem Irren durch die Gassen und Slums von Ajmer finden wir aber doch noch ein ganz ruhiges, erhöhtes Plätzchen, von wo aus uns zum einen der Ausblick über die Stadt gewährt wird, und, wo wir zum anderen gut auf den nächtlichen Bus nach Jodhpur warten können

4. Station: Jodhpur
  • in Jodphur kommen wir doch etwas überfrüht an und wirren so um 2:30 Uhr durch die menschenleergefegten Straßen Jodhpurs, die Nachts einzig und allein den Hunden überlassen werden
  • eine Unterkunft in der Nähe des „Meherangarh Forts“ bereits im Blick, halte ich auf den unteren Mauern des Forts ein kleines Nickerchen und erwarte den Morgen (der in Indien glücklicherweise schon so um ca. 4:30-5:00 Uhr beginnt)
  • erschöpft von den nächtlichen Anstrengungen legen wir uns erstmal schlafen und begrüßen den Tag dann mit einem ausgiebigen Mittagessen auf der Dachterrasse des Guest Houses
  • dann ziehen wir los, um Jodhpur zu erkunden: wir besichtigen den Marmorbau Jaswant Thanda, den Uhrturm, den Markt, trinken einen speziellen "Makhania Lassi" mit Sahne, Safran und Kardamom, der doch eher seltsam als lecker schmeckte, besichtigen zwei künstliche Seen und fahren anschließend mit einem Auto zum Umaid Bhawan Palast, der zu einem Drittel vom gegenwärtigen Maharadscha bewohnt und zum Rest als Luxushotel genutzt wird
  • beim Abendessen im Hotel lernen wir ein drei nette Briten kennen und treffen eine bei der Besichtigung des Forts am nächsten Morgen wieder
  • Nachmittags schlendern wir gemeinsam mit ihr durch die Straßen, trennen uns aber später
  • relativ planlos laufen wir in Richtung eines spannend aussehenden riesigen, blauen Felsblocks und werden auf dem Weg von ein paar Einheimischen auf eine Party Carrom eingeladen (eine Art indisches Billiard, bei dem man Chips schnipst statt Kugeln zu stoßen)
  • an dem Felsblock angekommen frage ich ein paar herumstehende Inder auf Hindi, ob man denn auch raufgehen könnte, woraufhin einer der Männer einen Schlüssel holt und ein Tor aufschließt; eine Gruppe von Kindern begleitet uns hinauf, wobei sich herausstellt, dass sich oben auf dem Felsblock ein kleiner Tempel befindet
  • mit netten Erfahrungen und der Erkenntnis, dass wir auf unserer Reise durch Rajasthan doch noch ehrliche Inder ohne wirtschaftliche Hintergedanken getroffen haben, machen wir uns am Abend auf den Weg zum Busbahnhof, um mit dem letzten Bus um 22:00 Uhr über Nacht nach Jaisalmer zu fahren; der Bus ist leider verfrüht ohne uns abgefahren, sodass wir uns die Nacht an Bahnhof und Busbahnhof um die Ohren geschlagen und stattdessen dann den ersten Bus um 5:00 Uhr genommen haben

5. Station: Jaisalmer
  • erschöpft von der anstrengenden Nacht und Busfahrt in Jaisalmer, der Stadt mitten in der Wüste Thar, angekommen, legen wir uns erstmal wieder schlafen
  • alleine mache ich mich auf den Weg, die Stadt und das Fort, das noch immer bewohnt wird, zu erkunden
  • abends suchen wir ein nettes Restaurant und landen im Wohnzimmer einer ca. 80-jährigen alten Dame, die vor unseren Augen für uns kocht - echte indische Hausmannskost
  • am nächsten Tag begeben wir uns über Nacht auf eine Kamel-Safari durch die Wüste Thar und genießen den atemberaubenden Sternenhimmel von unserem Nachtlager in den Sanddünen aus
  • mit wunden Pobacken, Muskelkater und sonstigen Blessuren ruhen wir uns erschöpft im Hotel aus
  • ich schaue mir mal wieder den Sonnenuntergang an und wir gehen mit einer Amerikanerin, die gemeinsam mit uns auf der Safari war, essen
  • am nächsten Tag nutzen wir die Zeit, um uns Jaisalmer doch nochmal genauer anzuschauen und bestaunen die prachtvollen Havelis und den, um einen See gelegenen, Tempelbezirk
  • gerade rechtzeitig wird uns klar, dass unser Zug ja doch gar nicht am nächsten Tag, sondern schon heute fährt, woraufhin wir vom Hotel zum Bahnhof gebracht werden und 18h Zugfahrt nach Delhi über uns ergehen lassen

Um mit den Worten eines Mönchs aus Jaipur zu enden: "Bye, bye, namaste und hare krishna!"

Montag, 31. August 2009

Auf Reisen in Rishikesh

Dieses Wochenende bin ich zum ersten mal gereist. Es war zwar nicht mal ein langes Wochenende, aber Immanuel und ich wollten einfach auch mal endlich raus aus Delhi...

Freitag Abend sind wir dann zum Busbahnhof und haben versucht in dem Chaos unbeschrifteter Busse ohne Fahrpläne einen Bus nach Rishikesh zu finden. Von einem Bekannten in der Schule wurde uns ein Air Conditioned Bus für 150Rs versprochen. Was wir bekamen was ein Bus ohne Air Condition, der seine besten Jahre eindeutig schon hinter sich hatte - das ist dann wohl der foreigner Preis. Für mich war mangelnde Komfort des Busses aber gar kein großartiges Problem. Abgesehen von den Mücken, die meinen Füßen wohl so um die 50 Stiche verpasst haben, war alles super und ich konnte trotz des ewigen Ruckelns und Holperns sogar ein bisschen schlafen ohne von meinem Sitz runterzufallen. Jetzt hab ich die mangelnde Infrastruktur mal tatsächlich erfahren: In Delhi ist ja alles super modern ausgebaut, aber schon ein paar km vor Delhi kann man kaum noch von Straßen sprechen… Für die fast 350km sind wir dann also schon mal gute 7 ½ Stunden gefahren. Schließlich kamen wir dann auch an, stellten dann aber zu unserer Verwunderung nach einem 10 Minütigen Fußwmarsch fest, dass wir ja doch noch gar nicht in Rishikesh, sondern erst in Haridwar waren. Das Taxi war aber dann doch schnell organisiert und ab gings nach Rishikesh!

Als wir dann doch schließlich war ich von Anfang an total begeistert. Der totale Gegensatz von Dehli. Rishikesh ist eine ruhige, heilige Stadt am Ganges umrundet von den Ausläufern des Himalayas. Die Stadt ist Ziel vieler hinduistischer Pilger und bekannt als Zentrum für Yoga und Meditation. Es wimmelt hier nur so von Ashrams (= klösterliche Meditationszentren), Tempeln, Sadhus und sonstigem spirituellen Volk.

Wir haben uns dann direkt eine Unterkunft gesucht und haben letztendlich in einem schlichten Hotel ein Zimmer für 200Rs bekommen. Zu Fuß haben wir uns dann auf den Weg gemacht und wollten eigentlich zu dem Ashram, in dem schon die Beatles in den 60er Jahren einige Wochen verbracht haben. Stattdessen sind wir aber wohl mal falsch abgebogen und befanden uns auf einmal auf einem Pilgerweg quer durch die Natur über einen der Rishikesh umrandenen Berge. Völlig begeistert von unserem Glück sind wir immer weiter gelaufen und haben den ganzen Berg erklommen. Da haben wir dann noch zwei Inder getroffen, die ungefähr genauso viel Englisch gesprochen haben wie ich Hindi – für die gröbste Verständigung hats aber gereicht. Auf der anderen Seite des Berges war dann ein Tal umrandet von Bergen. In dem Tal war ein Dorf und ein Tempel, zu dem die Hindus nur so hinströmten. Die Fotos können die tatsächliche Schönheit dieses Ortes leider kaum einfangen…

Für den Rückweg haben wir dann einen Jeep genommen. Weil wir ziemlich kaputt waren, haben wir uns einen Mittagsschlaf gegönnt, der leider viel länger ausgefallen ist als ich es mir vorgenommen hatte.

Dann sind wir in Ruhe losgezogen und haben in einem dhaba mit Blick auf dem Ganges gemütlich zu Abend gegessen. Danach sind wir noch ein bisschen durch die Straßen geschlendert und sind in einem super netten Café gelandet, in dem wir uns ein paar frisch gepresste Säfte und noch einen kleinen Nachtisch gegönnt haben. Wir waren aber doch ziemlich müde und erschöpft vom Tag und sind dann doch gar nicht so spät zu Bett.

Am nächsten Morgen wollte ich eigentlich einen schönen Spaziergang machen, bin aber gerade mal 100m weit gekommen, weil ich an dem kleinen Straßenstand eines Mannes hängen geblieben bin. Eigentlich wollte ich ja gar keinen Kaffee, aber dann hab ich doch einen genommen und hab dann letztendlich auch direkt eine ganze halbe Stunde mit dem Mann verbracht. Er kam aus Delhi ist aber Delhi entflüchtet und wohnt jetzt in Rishikesh. Dort versucht er genügend für die Hochzeit seiner Tochter zu sparen, um daraufhin mit seiner Mutter zum Beten und Meditieren in die Berge zu ziehen. Die einfachen Leute sind doch einfach immer die Spannendsten!

Dann hab ich noch schnell ein kurzes Bad im Ganges genommen, womit jetzt wohl alle meine Sünden von mir abgewaschen sind und ich wieder ein guter Mensch bin! YES!

Gemeinsam mit Immanuel gings weiter zum „Beatle’s Ashram“, den wir dieses mal sogar auf Anhieb gefunden haben. Obwohl auf dem Tor in dicken Buchstaben „NO ENTRY!“ geschrieben stand, kam natürlich schon beim Vorbeilaufen ein Mann zum Tor gerannt, der uns erklärte, dass er uns nur gegen eine Gebühr reinlassen könne. Die 30Rs waren uns dann aber auch egal und es hat sich in der Tat gelohnt. Der Ashram ist zwar doch ganz schön verkommen und nicht mehr in Benutzung, ich konnte mir aber trotzdem ungefähr vorstellen wie das Leben dort gewesen sein muss. Der Ort strahlte einfach eine unglaubliche Ruhe und Stille aus.

Nach einem Frühstücks-Mittagessen haben wir uns dann so ab 14 Uhr bemüht in Richtung Delhi zu kommen, worauf wir um 16:30 Uhr nach einigen Fußmärschen, einem völlig überladenen Auto-Rickshaw, einer schlechten Bahnauskunft und vielem Rumfragen schließlich doch noch im Bus nach Delhi saßen (der übrigens dieses Mal nur 117Rs gekostet hat).

Heute in der Schule war ich dann doch ziemlich kaputt, weil wir halt letztendlich doch erst um 1:00 Uhr nachts bei uns in der Wohnung angekommen sind.
Eigentlich wäre auch heute frei gewesen – ist ja schließlich der letzte Arbeitstag im Monat. Heute war aber leider Gottes Mrs. Usha Varma’s letzter Tag und deswegen sind wir trotzdem gekommen. Das die in Rente geht ist wirklich unglaublich schade – ich kann mir gar nicht vorstellen wie der Laden ohne sie laufen soll. Also so viel Glück wie mit ihr können wir mit ihrer Nachfolgerin einfach gar nicht mehr haben….

Dann zum Schluss noch ein paar Bilder vom Wochenende. Wesentlich mehr Bilder sind aber in den Fotoalben zu finden.


Bild 1: Rishikesh


Bild 2: Auf Wanderung durch die Ausläufer des Himalayas


Bild 3: Affen und Pilger auf dem Weg


Bild 4: Der Blick zurück auf den Ganges


Bild 5: Auf dem Weg noch schnell den Segen eines Gurus mitgenommen


Bild 6: Blick ins Tal


Bild 7: Blick ins Tal Nummer 2


Bild 8: Schlange stehen im Tempel


Bild 9: Abends im Café Little Buddha: Ich kämpfe mit meinem Jumbo Chocolate Ball


Bild 10: Der Eingang zum "Beatle's Ashram"